(English Version coming soon)
Reclaim your City! – Seit fast zwei Jahrzehnten finden sich unter diesem Label Künstler*innen und Gruppen zu kollektiv organisierten Ausstellungen, Wandmalaktionen, Kongressen und temporären Besetzungen zusammen. Reclaim Your City ist ein Netzwerk und Archiv, das Interventionsformen wie Urban Art, Graffiti, Raves und kritische Kartierungen mit stadtpolitischen Protesten verbindet und mit den Mitteln der Kunst ein Recht auf Stadt für alle einfordert
Das 480-seitige Buch BITTE LEBN dokumentiert diese Bewegung in einzigartiger Weise aus einer aktivistischen Perspektive. Viele unveröffentlichte Fotos zeigen die Entstehung berühmter Berliner Mauern und Dächer, dokumentieren Aktionen und erinnern an so manchen verschwundenen Freiraum der Stadt. Die Arbeit fragt aber auch nach den Grenzen künstlerischer Aktionsformen, die Gefahr laufen, selbst zur Marke und zum Standortfaktor für Großstädte zu werden.
Reclaim Your City
BITTE LEBN
Urbane Kunst und Subkultur in Berlin 2003–2021
Herausgeber: Assoziation A
ISBN 978-3-86241-479-6 | erschienen 03/2022 | 480 Seiten | Paperback | 38,00 €
BITTE LEBN beginnt 2003 im Zentrum Berlins. Neue städtebauliche Planungen, unklare Eigentumsverhältnisse und rechtliche Grauzonen hatten nach dem Fall der Mauer eine einzigartige Situation für die Entwicklung von Kunst und Subkulturen geschaffen. Viele nutzten die Gelegenheit, sich brachliegende Räume anzueignen und zu nutzen. Eine seit Jahrzehnten gewachsene Graffiti-Szene traf sich mit Künstlerinnen und Aktivistinnen aus aller Welt. 01 INTRO 10 Urbane Kunst & Subkultur in Berlin 2003–2021 13 Ich bin von uns 20 Welche Realität 02 VORGESCHICHTE 24 Kunst & Stadtaneignung 03 URBAN ART 49 Urban Art 74 Bombing vs. Eigentum 88 Ihr habt eure Baupläne ohne uns gemacht – Spreeufer für alle 04 PARTY UND POLITIK 102 Kein Eintritt keine Polizei 05 RECLAIM YOUR CITY 116 Die Kunst ist das Kollektiv 134 Wir bleiben alle 162 Mein Block dein Kiez 176 Ich bin eine Suchmaschine 06 RECHT AUF STADT 194 Hamburg kommt in die Gänge 206 United Neighbours 210 Visualising Urban Movements 07 INTERNATIONAL 228 Tutte Cose 244 Ola Mazi 250 Kraken gaat door 254 Revolt 4 Freedom 260 Nuestro Barrio 268 Estamos Juntos 270 Propaganda Diseño 272 Transform the Space 280 Internationale Solidarität 08 GEGENKULTUR 290 Kreuzberg bleibt 308 Fuck the System 318 The Death of Grafitti 326 Schwarzmalen 338 Abstraktion 354 Spruchgraffiti 09 UTOPISCHE ORTE 368 Ferienkommunismus 388 Tanz den Untergang mit mir 400 Kein Gott, kein Staat, aber ne Schanklizenz 414 Each One Teach One 10 STADT VON UNTEN 428 Alle zusammen 438 Kiez statt Kies 444 Fight the Power 458 Zwischenstand 11 UTOPISCHE STRUKTUREN 464 Utopische Strukturen ANHANG 475 ChronologieKlappentext
Auf den Straßen kam es zu einer kreativen Explosion. Unzählige Werke entstanden auf Oberflächen wie Mauern, Dächern, Verkehrsschildern oder Sperrmüll. Die Suche nach leerstehenden Industrieanlagen, Dächern oder schwer zugänglichen Orten wurde zu einer Freizeitbeschäftigung. Mobile Soundsysteme eroberten mit Techno-Partys Brachflächen und Parks. Werkstätten, Nachbarschafts- und Projektläden und andere Räume für nichtkommerzielle Kultur organisierten Veranstaltungen und Festivals, die zumindest eine Ahnung vermittelten, wie sich ein Leben nach dem Kapitalismus anfühlen könnte.
In den letzten zwanzig Jahren hat sich das Stadtbild Berlins stark verändert. Einerseits ist die Stadt von einer großen und lebendigen Kunst- und Kulturszene geprägt, die alternative Gesellschaftsentwürfe entwickelt und vorlebt. Gleichzeitig müssen sich Menschen gegen ihre Verdrängung aus ihren Wohnungen und Läden zu Wehr setzen, weil die Mietpreise explodiert sind. Viele subkulturelle Räume sind verschwunden, nichtkommerzielle Kulturzentren wurden geräumt oder sind bedroht, ehemals leerstehende Industrieanlagen und brachen abgerissen und bebaut. Was sind unsere Utopien, die wir der bestehenden Welt entgegensetzen wollen?Inhaltsverzeichnis
»Urbane Kunst« und andere Begriffe
Muralismo, Agitprop, Situationismus
Subkultur und Hausbesetzungen
Graffiti in Berlin
Linke Subkultur und Politik Ende 1990er in Berlin
Urban-Art-Offensive
Kultur von der Straße – Die Fleischerei/Czentrifuga
Pro-Graffiti
One United Power
Smash G8
Mediaspree versenken
Open Airs am (Schwarzen) Kanal
Open-Air-Raves
Techno und Politik
Kollektiv Die Räuber
Odyssee durchs Geld – MS Stubnitz
Fuckparade/Butt and Better
Reclaim Your City – Urban-Art-Netzwerk
Keine Verkaufsausstellung – Galerie Neurotitan
Zur Klappe am Mehringdamm
RYC & Friends – Antinational-Galerie
Fassadenbilder für Hausprojekte
Rote Insel
Rauch-Haus – 40 Jahre (plus X)
Freiräume von Innen
Brunnenstraße 183 – Wir bleiben alle
Liebigstraße 34 – Dorfplatz Friedrichshain
Køpi – Hands Off Our Homes
Nord-Neukölln – Pioniere im Arbeiterbezirk
Kiezladen Friedelstraße 54
Bombing Neukölln – Kiezkeulen im Graffitiparadies
Kreuzkotze – Gentrifizierung
Umherschweifend die Stadt erkunden
RAW-Hallen
Acid in Rummelsburg
Räuberparty Ex-Metronom
Der Schlüssel der Stadt
Künstler*innen als Trüffelschweine
»Recht auf Stadt«-Proteste in Hamburg
RYC im Gängeviertel
OZ hat uns die Stadt vererbt
Lampedusa in Hamburg
Mieter*innenproteste
Freedom of Movement – Refugee Strike
Zwangsräumungen verhindern
Wandbilder für stadtpolitische Initiativen
Löhne rauf, Mieten runter – Südblock
Berlin not for sale – Manteuffelstraße 39
Raus aus den Hütten, rein in die Paläste – Mehringhof
Plakatief
Seven Resist
Italien in Berlin
Volkswriterz
Centri Sociali in Mailand
Como Freaks
Painting with Kids in Palermo
Deutscher Pavillon
Aesthetics of Crisis – Athen und Thessaloniki
Anarchistisches Zentrum Nijmegen
Trainwriting in New York
Rassismus und Polizeigewalt – Bay Area
Nuestro Barrio – Freiräume für Kunst in Mexiko-Stadt
Gegen Neoliberalismus und Diktatur – Santiago de Chile
Viva Cuba
Malend durch Süd-Indien
Interbrigadas
Du hast die Kugel, wir das Wort – Internationalistische Wandbilder
Wandsprüche für Kreuzberg
BITTE LEBN
Fickt eusch Allee
Der letzte Freiraum? – Cuvrybrache
Berlin Kidz
Pixação in São Paulo
Bunte Wände – Höhere Mieten?
Urban Advertisement
Standortfaktor Graffiti
Feinde zu Freunden machen – Vereinnahmung
Not in our Name – Strategien gegen Vereinnahmung
Kulturstreik
Welcome to Hell – Destruktion und Aufstand
Muraliquid – Regenbogen-Graffiti
Die Linie läuft – Abstrakte Malerei auf Zügen und Wänden
Bunter Wedding
Fusion Festival
Palast der Republik/Kulturkosmos
Räuberhöhle Lärz
Tanzen hinter Zäunen –
Fusion, Burning Man & Co.
Das lassen wir uns nicht nehmen
Autobahnbaustelle A100
Räuberparty im ehemaligen
Möbelhaus Sonnenallee
Spielplatz Autobahn
Träum weiter – Räuberparty Pankow-Heinersdorf
PartyPartyParty – Open-Air-Boom
Institutionalisierung – Das Mensch Meier
Kulturbetrieb im Kapitalismus
Vom Vandal Café zum Hedonistischen Weltkongress
RYC-Kongress
Female Fame – Frauentach Jam an der
Alten Feuerwache
SqEK – Squatting Everywhere Kollective
Tag Conference – Name Writing in Public Space
All Creatures Welcome – Chaos Communication Congress
RYC Dragonerareal
Staub zu Glitzer – Besetzung der Volksbühne
besetzen
Friedelstrasse 54 lebt
Neukölln Schillerkiez
Kiez-Initiativen
Abgeräumt – Syndikat und Liebigstraße 34
Mediaspree heute – Berlins neue Mitte
Stadtschloss – Return of Preußen
Anti-Koloniales Gedenken –
Afrikanische Straße
Leave No One Behind
Vagabunden Bewegung
The World is on Fire
Ausblick in die Zukunft
480 Impressum






































