{"id":224,"date":"2025-03-19T21:10:53","date_gmt":"2025-03-19T20:10:53","guid":{"rendered":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/?post_type=kollektiv&#038;p=224"},"modified":"2025-04-18T15:24:40","modified_gmt":"2025-04-18T13:24:40","slug":"no-borders","status":"publish","type":"kollektiv","link":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/kollektiv\/no-borders\/","title":{"rendered":"ANKER"},"content":{"rendered":"<p class=\"interview\">INTERVIEW<\/p>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>mit einem beteiligten K\u00fcnstler (2017)<\/summary>\n<p>Interview aufgenommen 2017 in Berlin-Wedding<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seit einigen Jahren sind in Berlin immer mehr politische Wandspr\u00fcche zu sehen, die an an zentralen Stellen der Stadt gemalt sind. Steht dahinter eine Gruppe? Und was ist die Motivation daf\u00fcr?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind ein loser Zusammenschluss von Leuten, die zusammen malen. Es gibt keinen Gruppennamen, aber wir benutzen ein Symbol, den Anker. Der Anker dient als Wiederekennungsmerkmal, damit von Aussen klar ist, dass die einzelnen politischen Spr\u00fcche zusammengeh\u00f6ren. Das Projekt ist immer offen f\u00fcr andere, die dazukommen. Es ist sogar darauf angelegt, dass es verbreitet und vervielf\u00e4ltigt wird und andere inspiriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Leute, die sich an solchen Spruchgraffiti-Aktionen beteiligen, kommen aus verschiedenen politischen und gestalterischen Ecken. Viele von ihnen arbeiten schon \u00fcber Jahre hinweg in politischen Initiativen. Sie f\u00fchlen sich aber genauso mit der Graffiti-Szene verbunden, dh. sie vervielf\u00e4ltigen ihren Writer-Namen oder den ihrer Crew an W\u00e4nden. Das war nicht immer miteinander verbunden, eher parallel zum eigenen politischen Aktivismus. Beides steht aber nicht in Konkurrenz zueinander, wir finden beides fresh und malen genauso gerne ohne konkrete politische Botschaft. Bei uns entwickelte sich allerdings immer mehr das Bed\u00fcrfnis, auch Botschaften in unsere Graffiti reinzubringen. Wir sind sicherlich beeinflusst von politischer Kunst, aber lassen uns nicht im Medium einschr\u00e4nken. Wir feiern die vielen unterschiedlichen gestalterischen Ausdrucksmitteln auf der Strasse und finden es immer schwieriger, dem einen Namen oder ein Label aufzudr\u00fccken. Spr\u00fchschablonen m\u00f6gen wir genauso gern wie bunte Schriftz\u00fcge auf Z\u00fcgen, Tags mit Feuerl\u00f6schern oder performative Aktionskunst. Wir haben uns in letzter Zeit darauf konzentriert, politische Spr\u00fcche an belebten \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen an gut einsehbaren Stellen wie Hausd\u00e4chern, Brandw\u00e4nden und Fassaden zu malen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Motivation liegt auf unterschiedlichen Ebenen. Einerseits feiern wir es, sich mit Botschaften den \u00f6ffentlichen Raum zur\u00fcckzunehmen, Platz f\u00fcr sich zu ergattern. Wenn Menschen anfangen sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen, mit anderen dar\u00fcber reden. Auch wenn es meist sehr einfache Spr\u00fcche mit klaren politischen Aussagen, sind wir immer wieder erstaunt \u00fcber die Reaktionen, die darauf folgen. Oft kommen zun\u00e4chst Fragen nach dem Technischen, wie sie da aufs Dach hochgekommen sind, \u00fcber den Zugang zum Geb\u00e4ude, ob etwa eine T\u00fcr zum Dach offen stand oder ein Ger\u00fcst am Haus war, ob es Agenturen waren, die es im Auftrag hingemalt haben. Wir stellen immer wieder in Gespr\u00e4chen fest, dass die Wandspr\u00fcche den Alltag der Passanten, auch sogar von bereits politischen aktiven Leuten durchbricht, allein dadurch dass es eine illegale Malerei ist. Eine Beanspruchung von einem Ort, der erstmal nicht daf\u00fcr vorgesehen ist, dass er bemalt wird. Dann schwingt nat\u00fcrlich eine Aura der Waghalsigkeit mit, dass sich jemand \u00fcber eine Dachkante gelehnt und mit Teleskopstange und Farbrolle kopf\u00fcber ans Werk gemacht hat. Diese Technik sollte eigentlich schon l\u00e4nger bekannt sein, in Berlin z.B. von Graffiti-Crews wie die SW (Skywalkers)-Crew oder 1UP. Andere sch\u00fctten fl\u00fcssige Farbe von Dachkanten, um ganze H\u00e4userw\u00e4nde in k\u00fcrzester Zeit umzugestalten, wie u.a. an zahlreichen gegossenen Regenbogen-Bildern zu sehen ist. Wir wollen diese Mittel f\u00fcr politische Themen einsetzen, uns gro\u00dfe Fl\u00e4chen f\u00fcr l\u00e4ngere Spr\u00fcche nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwierigkeit bei politischen Botschaften ist immer, ein komplexes Thema mit wenigen Buchstaben auf den Punkt zu bringen, auf eine Wand zu quetschen, die verh\u00e4ltnism\u00e4ssig dann doch nicht so gross ist. Wenn wir vom Graffiti gewohnt sind, maximal 5 bis 6 Buchstaben in den verschiedensten stilistischen Facetten an die Wand zu bringen, geht es bei den Spr\u00fcchen darum, manchmal 16 oder 32 Buchstaben zu schreiben. Es soll m\u00f6glichst f\u00fcr alle lesbar sein, die daran vorbeilaufen, unabh\u00e4ngig von sozialer Schicht und Milieu etc. Und trotzdem soll es der Komplexit\u00e4t und unserem politischen Anspruch gerecht werden. Ich glaube, dass das erst durch die Gesamtheit der unterschiedlichen Botschaften funktioniert, die wir z.B. in letzter Zeit an Orten rund um den Berliner Bezirk Wedding hinterlassen haben. Wir wollen eine Art Freiluftgalerie entstehen lassen, die die Vielfalt der politischen Auseinandersetzungen zeigt, die selbst in einem eingegrenzten Gebiet wie einem Kiez in Berlin stattfinden. Sch\u00f6n, wenn wir Leute, die daran vorbeilaufen, wenigstens f\u00fcr eine Sekunde dazu zu bringen anzuhalten und sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie entsteht die Auswahl der Themen f\u00fcr die Wandspr\u00fcche?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen wollen wir auf die verschiedenen K\u00e4mpfe aufmerksam machen, Verbindungen zwischen den politischen Initiativen herstellen und nicht nur Jugendlichen, die Lust auf gestalterische Aktionen haben, einen Anstoss geben den \u00f6ffentlichen Raum mitzugestalten und malen zu gehen. Wir promoten auch politische Gruppen, wie z.B. &#8222;H\u00e4nde weg vom Wedding&#8220;, die sich in ihrem Kiez gegen steigende Mieten, Verdr\u00e4ngung, soziale Ausgrenzung, Rassismus und f\u00fcr ein solidarisches Zusammenleben einsetzen. Teil der Arbeit ist es, dass wir uns in den Initiativen engagieren, aber es ist allein zeitlich schwer alles gleichzeitig zu machen. Durch Graffiti k\u00f6nnen wir an verschiedenen Fronten gleichzeitig unterwegs sein und uns \u00fcber politische Grabenk\u00e4mpfe hinwegsetzen, die es in der Linken leider immer wieder gibt. Einen Zusammenhalt herzustellen ist uns wichtig, nicht nur im eigenen Kiez. Deswegen haben wir in letzter Zeit viel im Wedding zu tun gehabt und wenn die uns dort wichtigen Stellen alle gemalt sind, nehmen wir uns die n\u00e4chsten Bezirke vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir f\u00fchlen uns mit den sozialen Bewegungen und den Kiez-Initiativen verbunden. Unterst\u00fctzung kriegen wir hier auch aus selbstverwalteten Hausprojekten, aber auch Gruppen, die in andere L\u00e4nder fahren, um sich dort mit politischen Gruppen und Arbeitsk\u00e4mpfen solidarisieren und dort Wandbilder malen. Ein Thema, das uns ebenfalls sehr am Herzen liegt. Themen die wir bisher dargestellt haben sind u.a. der Kampf gegen steigende Mieten, gegen Aufwertung und Verdr\u00e4ngung in den Kiezen. Was gerade hier ein grosses Problem ist: der Zwang zur Arbeit, das Leben am Existenzminimum, die Sanktionen durch das Jobcenter, wenn man unsinnige Jobs ablehnt\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Uns ist wichtig die Verkn\u00fcpfungen zwischen diesen Themen zu zeigen. Dass es nicht nur sinnvoll ist, sein eigenes S\u00fcppchen zu kochen, z.B. Stadtpolitik zu machen. Sondern auch mit Menschen zusammenzuarbeiten, die durch Jobcenter-Schikane abgeh\u00e4ngt sind, die sozialen R\u00fcckhalt brauchen oder die keinen sicheren Aufenthaltsstatus haben. Auch Leute aus anderen L\u00e4ndern einzuladen, die genauso politische K\u00e4mpfe f\u00fchren, sei es Gewerkschaftler:innen oder auch K\u00fcnstler:innen, die gegen die Verh\u00e4ltnisse in ihren L\u00e4ndern angehen. Wir wollen alle diese Menschen und Initiativen zusammenbringen und tats\u00e4chlich passiert das direkt und indirekt \u00fcber diese Bilder und dem Lifestyle, der dar\u00fcber transportiert wird. Das Drumherum um die eigentlichen Mal-Aktionen sind mindestens so wichtig wie die Bilder selbst. Man lernt sich kennen, lernt wieder andere politisch aktive K\u00fcnstler*innen kennen, tauscht sich \u00fcber Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus, baut Netzwerke auf\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Uns geht es nicht um den einzelnen Spruch, sondern um die Gesamtheit der Aussagen. Wir wollen die verschiedenen politischen K\u00e4mpfe und die Lebenssituationen einzelner Menschen zusammendenken und eine breitere Bewegung daraus machen, die gesellschaftlich etwas reissen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sind die Reaktionen auf die Spr\u00fcche?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bis jetzt wurde nur ein Wandspruch \u00fcbermalt, das &#8222;Aufstehen gegen Rassismus&#8220; am U-Bahnhof Pankstra\u00dfe. Vielleicht hat es dem Hausbesitzer nicht gepasst. Danach haben wir ein neues Bild an der selben Stelle gemalt. Die Meisten Reaktionen gab es auf &#8222;Migration is not a crime&#8220;. Eine offizielle Bezirks-Initiative hat Fotos von Orten, die typisch f\u00fcr den Bezirk Wedding sind, auf grossen Werbetafeln aufgestellt und Postkarten davon gedruckt. Eins der Bilder war der abfotografierte Slogan. Nat\u00fcrlich ist es ein Spruch der auch f\u00fcr Toleranz und b\u00fcrgerliche Vielfalt einsteht, was eigentlich Mainstream-Themen sind, die st\u00e4ndig rauf und runter gepredigt werden. Aber trotzdem hat hier eine \u00f6ffentliche Einrichtung, die sich im Rahmen der Gesetze bewegen sollte, eine klar illegale Malaktion reproduziert. Das transportiert f\u00fcr mich zumindest eine Sympathie daf\u00fcr, dass soziales Engagement sich auch ausserhalb des gesetzlichen Rahmens bewegen und manchmal \u00fcber die Str\u00e4nge schlagen muss, um auf bestimmte Missst\u00e4nde aufmerksam zu machen. Dass man sich etwas trauen und Dinge ausserhalb des sonst Denkbaren machen muss. Wir wollen nicht nur Menschen erreichen, die beispielsweise nur zu einer linken Subkultur geh\u00f6ren und oft in ihrem eigenen Milieu versacken und nicht schaffen mit anderen zu sprechen. Wir wollen Menschen, die z.B. im Arbeitsamt sitzen und sich mit allt\u00e4glichen Fragen \u00e4rgern oder Leute, die in der \u00f6ffentlichen Verwaltung arbeiten, Gemeinsamkeiten zeigen und dazu anstiften, mal etwas zu machen, wo auch Adrenalin verspr\u00fcht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele der Aktionen wurden von Unterst\u00fctzer*innen dokumentiert und wir versuchen im Moment, das Foto- und Video-Material so zusammenzubringen, dass wir um die Bilder herum eine politische Geschichte erz\u00e4hlen. Vor einer Mal-Aktion diskutieren wir nicht nur \u00fcber das konkrete Bild, sondern auch wie sich unsere Botschaft \u00fcber soziale Medien etc. m\u00f6glichst weit verbreiten l\u00e4sst, damit die Verbreitung \u00fcber den eigenen Kiez hinausgeht. Oft entdecken wir Fotos der Wandspr\u00fcche auf Plattformen wie Instagram oder auf Webseiten politischer Initiativen, weswegen wir manchmal gezielt Bilder f\u00fcr aktuelle Kampagnen wie &#8222;Zwangsr\u00e4umungen verhindern&#8220; malen. Ohne sie vorher zu fragen, aber mit dem Ziel, dass sie es sp\u00e4ter als Fotomaterial f\u00fcr Plakate f\u00fcr Demonstrationen oder sogar ihre Selbstdarstellung im Internet nutzen k\u00f6nnen. &#8222;Aufstehen gegen Rassismus&#8220; ist beispielsweise eine Kampagne von Gruppen, die versuchen Alltagsrassismus und dem Aufstieg der Neuen Rechten wie der AfD etwas entgegenzusetzen. Dadurch, dass Fotos unserer Wandbilder in deren Netzwerken oft \u00f6ffentlich geteilt wurden, merken wir, dass die Idee einer indirekten Zusammenarbeit aus der Ferne aufgeht. Auch wenn wir es kritisch sehen, dass vor allem leicht konsumierbare Bilder oft mehr Aufmerksamkeit bekommen als beispielsweise l\u00e4ngere inhaltliche Texte. Aber wir spielen mit dieser Aufmerksamkeit, die unsere Aktionen wahrscheinlich auch dadurch bekommen, dass sie nicht gesetzeskonform sind. Wir liefern mit unseren \u00e4sthetischen Mitteln eine plakativ heruntergebrochene, verk\u00fcrzte Message, um letztendlich die Inhalte von Initiativen bekannt zu machen, die sie sich tagt\u00e4glich mit viel Herzblut daf\u00fcr engagieren wirklich soziale Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Steht das illegale Arbeiten nicht im Widerspruch dazu, mit anderen Menschen offen in Kontakt zu treten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Klar verbietet uns die Kriminalisierung von Graffiti offen aufzutreten und direkt ansprechbar zu sein. Aber es ist schon m\u00f6glich, z.B. auf Websites und Sozialen Medien die Diskussionen innerhalb von Initiativen und auch die Reaktionen auf die Wandbilder mitzuverfolgen. Meistens gibt es dort die M\u00f6glichkeit Kommentare zu hinterlassen. Oder aber, was nat\u00fcrlich viel besser ist, ist selber Wandbilder zu malen. Es ist technisch nicht wirklich schwer und mit ein bisschen \u00dcbung geht alles! Es braucht nicht so viel um aus dem Rahmen zu tanzen und z.B. die W\u00e4nde bunt zu machen, mit visuellen Mitteln Geschichten an allen erdenklichen Stra\u00dfenecken zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie denkt ihr dar\u00fcber, dass rechte Gruppen Graffiti und Wandmalerei als Medium nutzen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rechte Gruppierungen sind schon historisch dazu verfallen sich aus verschiedenen anderen Denkstr\u00f6mungen und Ideologien ihre eigene Zusammenklauen. Die Neuen Rechten versuchen sich mit &#8222;hippen&#8220; Aktionsformen, die sie den linken Bewegungen abgekupfert haben, \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Das muss man demaskieren \u2013 als billige Strategie, den alten menschenfeindlichen Weltbildern der Nazis ein modernes Gesicht zu verpassen. Das k\u00fcnstlerische Potential von Leuten, die f\u00fcr Menschlichkeit, Solidarit\u00e4t, soziale Kooperation, Vielfalt etc. einstehen, sollte kreativ in Sachen Kreativit\u00e4t den rechten Idioten immer voraus sein. Von daher sollten wir uns als K\u00fcnstler<em>innen und Gestalter<\/em>innen deutlich von denen abgrenzen und selbst immer neue Bildsprachen und Aktionsformen entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was inspiriert euch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beeinflusst sind wir von eigentlich allem, was uns auf der Strasse begegnet. Aber auch von Aktionskunst, die ins politische Geschehen eingreift, wie es z.B. das Peng-Kollektiv macht. In Bezug auf Graffiti ist neben der Berliner CBS-Crew, die immer wieder auch gro\u00dfe illustrative Statements wie F\u00e4uste und \u00fcberdimensionale Mittelfinger an H\u00e4usern hinterlassen hat, auch die bekannten Schablonenk\u00fcnstler wie Blek le Rat oder Banksy. Die Fassaden der besetzten H\u00e4user der 1970er und 1980er Jahre haben uns bestimmt gepr\u00e4gt, auch wenn ich pers\u00f6nlichen keinen direkten Bezug dazu habe. Aus dem Ausland sind es die Pixadores aus Brasilien, die gro\u00dffl\u00e4chig und massiv den \u00f6ffentlichen Raum mit ihren Zeichen in Beschlag nehmen. Und hier aktuell nat\u00fcrlich die \u00fcberfreshen Abseilk\u00fcnstler von den Berlin Kidz, die immer wieder neben ihren Buchstaben Botschaften zu zivilem Ungehorsam, zu Adrenalin, gegen Kn\u00e4ste und Bullen auf simple, aber ehrliche und sehr nahbare Art und Weise hinterlassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum sind viele der Wandspr\u00fcche im Berliner Bezirk Wedding zu sehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Wedding ist der Kiez, wo wir unsere Freizeit verbringen, uns politisch bet\u00e4tigen, mit Leuten aus aller Welt in Kontakt kommen. Er ist von der Sozial-Struktur sehr gemischt. Hier ist zumindest theoretisch am ehesten die Situation gegeben, dass all die Menschen aus unterschiedlichen Milieus zusammenkommen, um gemeinsam etwas zu bewegen und f\u00fcr ein besseres Leben einzutreten. Auch wenn es kleine Dinge sind, wie z.B. lokale Mieten-Proteste. Nat\u00fcrlich gibt es zus\u00e4tzlich noch den Ruf des Weddings als Roter Wedding, dem ehemaligen Arbeiterbezirk, der in den 1920er Jahren sehr kommunistisch gepr\u00e4gt war und wo auch sehr aktiv gegen die damaligen Nazis gek\u00e4mpft wurde. Aber in erster Linie ist er unser Kiez, den wir mitgestalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es W\u00fcnsche oder Ziele, auf die ihr hinarbeiten wollt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir finden es wichtig, dass Initiativen mit ganz unterschiedlichen Anliegen und Themen sich gegenseitig den R\u00fccken st\u00e4rken, wenn z.B. eine R\u00e4umung einer Wohnung droht, wenn jemand von einer Abschiebung bedroht ist\u2026 Dass an solchen Punkten an einem gemeinsamen Strang gezogen wird und eine gemeinsame Agenda entwickelt wird, auch wenn die einzelnen innerhalb der Linken eine ganz unterschiedliche ideologische Ausrichtung haben. Auch in Zukunft wollen wir in allen Richtungen offen sein, die Message ist das Ziel, Power to the People und get organized!<\/p>\n<\/details>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INTERVIEW<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":278,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-224","kollektiv","type-kollektiv","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kollektiv\/224","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kollektiv"}],"about":[{"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kollektiv"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kollektiv\/224\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4063,"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kollektiv\/224\/revisions\/4063"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/278"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=224"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=224"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/testumgebung.lieblinge.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}